• Geltentrommler

    Geltentrommler
    Der Waldshuter Geltentrommler ist bekleidet mit einem langen weißen Leinenhemd, einer weißen Zipfelmütze und weißen Strümpfen.Er trägt schwarze Schuhe und um den Hals gebunden ein rotes Halstuch. Seine Gesichtsmaske ist ursprünglich, sehr einfach und gerade deshalb unvergleichlich und wirkungsvoll: Das Gesicht ist mit Mehl bestäubt. Nachdem das Gesicht mit Schweine Fett eingerieben wurde erfolgt das Mehlen dadurch, dass der Geltentrommler kräftig in einen Mehlsack oder in eine mit Mehl gefüllte Gelte bläst. Der aufgewirbelte Mehlstaub verbindet sich mit dem Fett zu einer dauerhaften Mehlmaske.

    Vor dem Bauch trägt der Geltentrommler eine Gelte (das ist ein Waschzuber aus Holz). Sie hat der Hauptfigur der Waldshuter Fasnacht den Namen Geltentrommler gegeben. Mit hölzernen Schlegeln (Kochlöffel) schlägt er den Rhythmus der gerufenen Narrensprüche "Hüt goht Fasnacht a...".

    Fasnachtssprüche:
    Hüt goht d'Fasnacht a mit de rote Pfiife. (wird ständig wiederholt zum Rhythmus der Gelten)
    Hoorig,hoorig hoorig isch die Chatz, und wenn die Chatz it hoorig isch, dann fang sie cheini Müüs!

    Der Blätz:
    Blätz am Füdle, Blätz am Loch, Hungerliider sin er doch!
    Der Blätz ist eine Ehrenbezeugung. Mit einem Blätz werden Freunde der Zunft oder beim Umzug die Ehrengäste bzw. das Publikum geehrt.
  • Hansele

    Hansele
    Der Hansele ist genäht aus dachziegelartig übereinandergelegten überwiegend dunkel gehaltenen Stoffresten, vor dem Gesicht trägt eine bemalte Drahtgazelarve. Auf dem Spitzhut sitzt ein Fuchsschwanz als Zeichen der Schläue. Er trägt dunkle Schuhe und dunkle Wollhandschuhe. Der Hansele führt an einem Stock mit Schnur eine Saubloter. Sie ist ein famoses Weckinstrument bei den fasnächtlichen Umtrieben. Er begleitet den Narro bei den Umzügen.
  • Narro

    Narro
    Der Narro gilt als die älteste Waldshuter Narrenfigur. Der Nachweis geht auf das Jahr 1755 zurück. Hier wird der Narro im Protokoll einer Stadtratssitzung erwähnt. Die Aufgabe des Narro bestand darin, die gespendeten Leckereien den Einwohnern, insbesondere den Kindern, zuzuwerfen. Der Narro wurde unter den Junggesellen ausgewürfelt und mußte am Tag vor Aschermittwoch in den mittleren Brunnen der Stadt springen (als Zeichen für das Ende der Fasnacht). Nachdem 1869 ein solcher Brunnensprung mit einer tödlichen Erkältung endete, wird heute der Narro (in Form einer Puppe) vor dem Rathaus verbrannt.

    Der Narro trägt ein Blätzle Häs und ein "Chrisichratten" (Korb zum Kirschenernten), womit er beim Kinderumzug die Gaben der Bürger und Geschäftsleut sammelt, um sie gerecht an die ganz kleinen Narren des Umzugs zu verteilen. Heute ist der Narro an seinem weißen Fuchsschwanz zu erkennen.

    Der Narro wird begleitet von den Hansele. Sie tragen ein Blätzle Häs und an einem kurzen Stiel mit Schnur die Saublodere(Schweinsblase), um die Umstehenden und vor allem die Umzugsteilnehmer zur Ordnung zu rufen. Beim Kinderumzug am Schmutzige Dunschtig landet die Saublodere auch gelegentlich auf dem Nüschel (Kopf) der nicht Häs tragenden Umzugsteilnehmer.
  • Ranzengardist

    Ranzengardist
    Der Ranzengardist trägt eine weiße Leinen-/Trillichhose, die in schwarzen Knobelbechern steckt. Die Oberbekleidung besteht aus einer abgetragenen, einreihig geknöpften, schwarzen Feuerwehrjacke ohne Rangabzeichen. Über Schultern, Bauch und Rücken trägt er gekreuzte weiße Riemen, um den Bauch einen weißen Gurt. Auf dem Kopf trägt er einen Tschakko. Um den Hals geschlungen trägt der Ranzengardistein rotes Dreieckstuch. Zur Ausrüstung gehören ein Säbel und Gewehr aus Holz, sowie eine funktionstüchtige Konfettikanone. Nebenbei bemerkt: Der "Ranzengardist" kann auch weiblich sein.

    Zur Geschichte:

    Erste Erwähnung in der Tagespresse findet die Ranzengarde anläßlich fasnächtlicher Veranstaltungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Neben der ordentichen Führung der Umzüge und der Teilnahme an den Fasnachtsspielen in der Kaiserstr. und vor dem Rathaus, war es wichtig, das Obere Tor, das untere Tor und das Innere Waldtor(abgebrochen 1882) zu besetzen um dort Zoll (den Eintritt) zu verlangen und jede Person gründlichst zu "visitieren". Während man 1874 von einer "Narrengarde" sprach, war beim großen Fasnachtsspiel "Einzug der Kaiserin Maria Theresia und Huldigung der Bürger" von einer Stadt-Miliz die Rede. Ab 1889 setzte sich die Bezeichnung Ranzengarde durch.